Scivolo





Ein Ausflug in die Welt des synergetischen Fliegens...



Gerade im Binnenland kommt man oft in die Verlegenheit, keinen bis wenig Wind vorzufinden. Deswegen braucht man aber noch lange nicht auf sein Lieblingshobby verzichten. Die Lösung heisst hier synergetischer Einleiner. Möglichst leicht gebaut und mit guten Gleitflugeigenschaften. Im Gegensatz zu herkömmlichen Drachen ist ein Gleiter etwas "nasenlastiger" konstruiert. Dadurch kann er sich wie ein Segelflugzeug auf die Luftströmung legen und langsam auf dieser zu Boden gleiten. Bevor dieser erreicht wird, holt der Drachenpilot die Flugleine ein und bringt den Gleiter wieder auf Höhe. Lässt der Zug an der Leine nach, legt sich der Drachen wieder auf den Bauch und das Spiel beginnt von vorn.





Synergetische Einleiner gibt es in vielen Formen und Grössen. Dabei gilt wie bei jeden Drachen "je grösser, desto entspannter". Meine ersten Erfahrungen mit dieser Art des Drachenfliegens habe ich mit einem Urban Ninja sammeln können. Bei beengten Platzverhältnissen ist das nervöse Ansprechverhalten dieses Kites ok, ich wollte aber gern einen gro├čen, gemütlichen Gleiter. Viele Bauanleitungen gibt es diesbezüglich nicht, kaufen oder selbst entwickeln ist deshalb angesagt.

Bei der Eigenkonstruktion gilt es, viele Dinge zu beachten. Der Gleiter muss eigenstabil segeln können, dabei aber auch sehr leicht sein. Um einen weiten Gleitflug zu erreichen, muss das Verhältnis zwischen Auftrieb und Gewicht stimmen. Der Auftrieb selbst ist abhängig von der Geschwindigkeit, die der Kite im Gleitflug erreicht. Durch die Profilierung des Segels, die Position und Dimensionierung des Gestänges und nicht zuletzt durch Waage und Verspannungen lassen sich diese Eigenschaften beeinflussen. Weiterhin soll der Kite ja ein solcher bleiben, das heisst bei entsprechendem Wind als normaler Einleiner fliegbar sein. Klingt schwierig, ist es auch... ;-)

Um all diese Eigenschaften in einem Kite zu vereinen, habe ich den Drachen so konstruiert, dass er für die verschiedenen Situationen mit wenigen Handgriffen anpassbar ist. Ohne tief ins Detail zu gehen lässt sich sagen, dass das Profil des Kites stärker sein muss, wenn er als normaler Standdrachen bei leichtem Wind geflogen werden soll. Ist dagegen kein Wind und wird aktiv geflogen, dann sollte das Segel entsprechend lockerer sein und weniger Profil haben. Erreicht wird dies über Spannschnüre mit Knotenleitern und eine in der Höhe verschiebbare Mittelspreize.